Aulendorf 75

75 Jahre Stadtrecht in Aulendorf

Festumzug und Leistungsschau zum 75-jährigen Stadtjubiläum

Über 1500 Teilnehmer beim Jubiläumsfestzug durch die Hauptstraße, hunderte Kehlen singen Qualmi´s Hymne „I bin  a Auladorfer, i bin was Bsonderes“ und eine Leistungsschau der örtlichen Vereine  und Gewerbebetriebe, die sich sehen lassen kann. So feierte Aulendorf am gestrigen Sonntag das 75-jährige Stadtrecht.

Hinlänglich ist bekannt, dass Aulendorf seit dem 19.09.1950 zu den Städten Baden-Württembergs gehört. Davon gibt es derzeit 316 Stück, doch vermutlich ist keine darunter, bei der hunderte Kehlen so textsicher die Stadthymne singen wie in Aulendorf. Es war ein Gänsehautmoment als zum Abschluss des Festaktes auf dem Schlossplatz Bürgermeister Matthias Burth mit Unterstützung der Stadtkapelle, von Floh Angele und Michael Weißenrieder und all seinen Aulendorfern’ die Stadthymne von Werner Rauch – bekannt als Qualmi – gesungen hat. I bin a Auladorfer, I bin was Bsonderes – noch nie war der Refrain so passend, wie an diesem Tag. Das Stadtjubiläum war ein Fest von Bürgern für Bürger. Alle waren dabei – zum Festumzug bei Sonnenschein mobilisierte das Organisationsteam rund um Silke Johler und Mirella Bachmann weit über 1500 Mitwirkende. Da marschierten alle Musikkapellen, Fanfarenzüge, der Harmonika Club und auch die Nachbargemeinde Bad Waldsee hatte ihre Stadtkapelle zur Unterstützung nach Aulendorf geschickt. Ein kaum endender Reigen von Schülern und Kindergartenkinder ließ keine Zweifel daran aufkommen, dass Aulendorf eine Stadt mit Zukunft ist. Prinzessinnen, kleine Bauarbeiter, Zwerge oder fidele Wassernixen, die Verkleidungen der verschiedenen Gruppen waren fantasiereich und anrührend. Selbstverständlich gehören zu einem feierlichen Umzug auch Festwagen. Gleich vorneweg wurde die Urkunde mit den Stadtrechten präsentiert und auf dem zweiten Wagen verteilten der Bürgermeister samt Gemeinderat Kamellen an die in mehreren Reihen stehenden Zuschauer. Gezogen wurden die Festwagen übrigens stilecht von Traktoren der HELA Freunde Aulendorf. Einzig Gräfin Paula und ihre Zofe saßen in einer noblen Vierspännerkutsche. Ebenfalls tierische Zugkraft hatten die Torfstecher aus Tannhausen, die zwei gutmütige Kühe vor ihren Wagen mit Torfwasen gespannt hatten.

Die Zuschauer waren begeistert „Ich hätte nicht gedacht, dass die etwas derart großartiges auf die Beine stellen“ meinte einer der Zuschauer. Natürlich waren allerhand Vereine mit dabei, die ihr Engagement und ihre Vielseitigkeit präsentierten, also Breitensport, Narrenzünfte, BMW-Club Röhren oder The Junkers und die Solidarische Gemeinde. Vielleicht sollte man auch erwähnen das sich auch einige Aulendorfer Betriebe beim Festumzug einbrachten und Festwagen mit Duschen, Hobelbank und Energiethemen auf den Weg schickten. Der Begriff Leistungsschau wurde also in Aulendorf neu gedacht und das Engagement der Firmen entspricht voll und ganz dem ureigenen Wortsinn. Der Bummel durch die Innenstadt stand einem Besuch der Oberschwabenschau in nichts nach. Es gab Informationsstände rund um Haus und Garten, eine abwechslungsreiche Fahrzeugausstellung und die Blaulichtfamilie bot Informationen für technikafine Besucher. Zu Naturthemen wurden sowohl bei der Jägervereinigung aber auch beim BUND informiert. Etwas exotisch, aber nicht minder interessant war der Stand der recht jungen Aulendorfer Firma Schweinberger, bei der sich alles rund um das Thema Glasfaseranschluss drehte. Mehr den Drang zum Historischen hatte man bei der Firma Holzbau Maier, die sich beim Mittelaltermarkt mit traditionellen Holzbearbeitungstechniken präsentierte. Der Hof des Hotels Artus hatte sich dank Unterstützung des Seehaufens und historischer Handwerker zu einem mittelalterlichen Markttreiben verwandelt.

Zum Festakt gab es zwar einen Fassanstich, die großen Reden hingegen wurden gestrichen und stattdessen gab es für Burth ein Kreuzverhör mit Weißenrieder und den Jungbürgerinnen Liana (11 Jahre), Lena (13) und Carla (11). Man erfuhr, dass Burth´s Ehefrau vor 17 Jahren den Ausschlag für die Bürgermeisterbewerbung gegeben hatte, nachdem diese das Bad im Steegersee restlos begeisterte. Auch den berühmten einen Wunsch an die gute Fee verriet Burth „Der tolle Gemeinsinn der Aulendorfer, diese Gemeinschaft der Bürger soll für weitere 75 Jahre bestehen bleiben!“

Damit fand sich Burth auch im Einklang mit den beiden Pfarrern Matthias Braun (evangelisch) und Anantham Antony (katholisch), die im ökumenischen Festgottesdienst am Sonntagmorgen feststellten, das die Stadt voller Talente ist. Dazu gehören auch der Shalom Chor und der evangelische Posaunenchor, welcher den Gottesdienst mit der Europahymne beendete.

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