Rock in town

No risk – much fun, Rock in town Wirte halten an etablierten Bands fest

Stammgäste aus nah und fern bevölkern sieben Kneipen rund um den Stock

veröffentlicht in der Schwäbischen Zeitung vom 22.10.2018

Um Stammgäste bei der Stange zu halten, setzt man am besten auf Bewährtes, dachten sich wohl die Waldseer Wirte, die am vergangenen Samstag die Kneipennacht „Rock in Town“ auf die Bühne stellten. Die Rechnung ging auf. Bereits mit Beginn der Musiknacht um 20:30 Uhr waren fast alle Kneipen voll und bis Mitternacht herrschte auf den Straßen rund um den Stock zwischen Ravensburger Torplatz und Rathausplatz ein reges Treiben. Zwar blieben etliche Besucher ihrer Kneipe und ihrer Lieblingsband den ganzen Abend treu, aber noch immer sind es genug, die der eigentlichen Idee einer Musiknacht folgend, von Kneipe zu Kneipe umherziehen, um die angebotene Musikvielfalt zu genießen.

Einzig Wirt Tuncay Caba vom Kuderer hatte dieses Jahr gänzlich neue Gesichter nach Bad Waldsee geholt. Mit „Layout“ ist ihm ein regelrechter Glücksgriff gelungen, der von den Zuhörern mit Kommentaren wie „Hammergeil“, „fantastische Stimmen“ oder „zwei geile Sänger“ bedacht wird. Die fünf Musiker verstehen sich als Acoustic-Cover Band, die ihre Wurzeln in der Straßenmusik haben. „Inzwischen sind wir aber mehr oder weniger zufällig zu einer Hochzeitsband geworden. Da ist so eine Kneipennacht mal wieder eine willkommene Abwechslung“ erklärt Nico Günzel im Gespräch mit der SZ. Die beengten Platzverhältnisse im Kuderer bereiteten der Band zunächst etwas Sorge, aber nach dem ersten Set ist Günzel begeistert, denn „die Enge sorgt für gute Stimmung“. Eng her geht es an diesem Abend in den meisten Kneipen. In der Galerie sind die Six Rocketz zu Gast, bei denen musikalisch der Rock´n Roll im Vordergrund steht. Moni war schon öfters bei der Rocknacht, kommt aber immer gezielt in die Galerie, denn für sie ist Rockabilly einfach super, „da wippt man den ganzen Abend mit und ist direkt dabei“ freut sie sich. Ebenfalls nur auf zwei Kneipen beschränkt sich Birgit, die letztes Jahr erstmals bei der Rocknacht war. Im Amadeus hat sie sich ein Sitzplätzchen ergattert und ist begeistert von den Rockveteranen von Rhythmix, die da gerade „Rockin in the free world“ singen. Ihr zweiter Favorit ist die Weinstube Hasen und sie erklärt auch gleich warum „Da ist die Musik eher zum Mitsingen, das ist eher mein Ding“. In der Tat trifft man sie dort zur späten Stunde wieder, und sie tanzt ausgelassen zur Musik der Hossen. Es ist grad eine Italo-Runde angesagt. Zu „Ramazotti – La Bamba“, „Mamma Maria“ und „Volare“ wird geschunkelt, getanzt und geprostet – die Stimmung ist gut. Der Platz zum Tanzen spielt auch für Michaela eine Rolle. Im geräumigen Josl gibt es davon ein bisschen und so ist Michaela glücklich, dass ihr Favorit „Little Big Bang“ auch dieses Jahr wieder bei Rock in town dabei ist. Funk und Alternative Rock wird von den vier Musikern mit eigenem Groove interpretiert, der zu sehr gut tanzbaren Takten führt und so geht bei „Two princes“ von den Spin Doctors richtig die Post ab. Souverän auch Rocksox in der Mälze vom Grünen Baum. Bei den Rockklassikern aus den 80-ern hat sich wohl ein Großteil der Besucher daran erinnert, wie es damals war, als man jung war und die Hits von Manfred Man´s Earth Band und Pink Floyd rund um die Uhr aus dem Radio dröhnten. „The Wall“ und „Dave is on the road again“ sind zwar Pflicht, wenn es um diese Ära geht, doch die Musiker von Rocksox spielen sie mit einer Lässigkeit, dass hier wohl eher von der Kür gesprochen werden kann. Eine kleine Überraschung erlebte, wer frühzeitig das Czardas besuchte. Natürlich rockten hier traditionell zur späteren Stunde die Günthers, die sich ihrer seit Jahren treuen Fangemeinde sicher sein konnten. Doch mit dem Acoustic-Duo Sally und Thomas zog ein Musikstil ins Kellergewölbe, der im hundertprozentigen Gegensatz zu den Günthers stand. Hier wilder, harter Punkrock, da sanfte Duette mit Begleitung durch die Akustikgitarre. „Man muss offen sein für die Abwechslung“ meinte eine Besucherin. Ein Leitspruch, der für all jene Besucher der Rocknacht gilt, die das Angebot der Waldseer Wirte nutzten, um für äußerst günstige zehn Euro die Perlen der lokalen Rock- und Popmusik zu entdecken.

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