Männerchor Alttann

Solo, Trio, Quartett und Gesamtchor – Beim Männerchor Alttann gab’s Vielfalt

Ausverkauftes Haus am Premierenabend mit „Melodien zum Träumen“

veröffentlicht am 05.11.2018

Die Sängerabende des Männerchors Alttann haben Tradition und überraschen die treue Zuhörerschar Jahr für Jahr mit einem neuen Motto. „Melodien zum Träumen“ lautete das Motto dieses Mal und in einer mit knapp 450 Besuchern ausverkauften Gemeindehalle von Wolfegg boten die Sänger und Solisten bei der Premiere am Samstagabend einen musikalischen Querschnitt, der nicht nur Aspekte der Träumerei berührte, sondern mit einfühlsamen Melodien auch zum Träumen einlud.

Mit dem Chorleiter Peter Schad haben die 25 Männer einen Routinier an ihrer Spitze, der aus dem schier unerschöpflichen Universum der Musik ein neues Repertoire zusammengestellt hat, das dem Chorgeist und dem Geschmack der Besucher entspricht. Ihm steht als Pendant Schorsch Deger zur Seite, der es als Moderator in weltmännisch entspannter Art versteht, die Besucher durch die 22 Musikstücke zu führen und humorig die Verknüpfung zwischen Gesang und Information herstellt. Beim guten alten Philosophen Friedrich Nietzsche hat Deger ein Konzentrat für den diesjährigen Sängerabend gefunden, denn „nur in zwei Zuständen erreicht der Mensch das Wonnegefühl des Daseins, im Traum und im Rausch“. Beides war an diesem Abend gegeben, Melodien zum Träumen die in einem Rausch voller musikalischer Vielfalt eingebettet waren. „Mich trägt ein Traum“ war die deutsche Fassung des ABBA Welthits „I have a dream“, die von Schad für seinen Chor arrangiert wurde. Auch mit den „Träumen von der Moldau“ gelang den Sängern ein sehr gefälliger Stilmix zwischen Kosakenchor und Smetanas großartiger Hymne für die Moldau, die wohl jedermann im Ohr hatte. Ebenfalls noch ein Ohrwurm mit träumerischen Erinnerungen an die 60-er Jahre war die Elisabeth-Serenade. In den Träumen geht es meistens um die unerfüllte Liebe, wie in der äußerst populären Volksweise „Der Bajazzo“, bei dessen Ankündigung als spontaner Kommentar im Publikum „Wunderschönes Lied“ zu hören war. Sicher einer der Höhepunkte in der ersten Programmhälfte war die Popballade „Über sieben Brücken musst du gehen“. Nach Karat und Peter Maffay nun also der Männerchor Alttann, der diesem Lied in der Chorfassung eine besondere Tiefe und Präsenz verlieh. Walter Appenmaier ist genauso wie Kuno Reichle ein bewährter Solist aus den Reihen der Altanner Sängerschar. Während der Tenor Reichle voller Pathos von der „Letzten Rose“ sang – auch hier wieder der Traum von der Liebe – hatte Appenmaier eine eher humorige Betrachtung des Schicksals besungen. Mit dem „Hobellied“ präsentierte der Bariton ein in Text, Mimik und Gestik äußerst stimmiges Gesamterlebnis. Bei romantischen Träumereien kommen natürlich auch Komponisten wie Franz Schubert zum Zuge. Die Sopranistin Leila Trenkmann, der Klarinettist Ludwig Kibler und der bewährte Vereinspianist Franz Ott spielten gemeinsam das Schubertstück „Der Hirt auf dem Felsen“, dessen Teile zwischen lebendigem Dur und trübem Moll wechseln. Und nochmals Schubert – allerdings in einer äußerst kurzweiligen Variante, denn das Osswald-Weber Quartett hatte „Die launige Forelle“ neben der Originalversion auch noch als „Kleine Nachtforelle“ (Mozart), als „Wolgaforelle“ (russisches Volkslied) und als „Forella Neapolitana“ (italienisches Volkslied) aufgetischt. Auch zum Finale gab es zwei großartige Traumthemen. Zunächst der Traum vom gelungenen Leben in der musikalischen Betrachtung von Frank Sinatras „My way“ oder auf gut deutsch „Mein Freund, einmal da fällt doch auch für dich der letzte Vorhang“. Der Liebe gehört das letzte Wort, oder besser das letzte Lied in der deutsch-englischen Variante von „Goodby my love goodbye“. Auch dieses Lied wurde von Schad, wie so viele andere an diesem Abend, für den Männerchor arrangiert. Ein Konzert das mit viel Beifall belohnt wurde, der „ein wichtiger Lohn und Ansporn für die Akteure bedeutet“, so Karl Motz, Vorsitzender des Vereins, in seinen Schlussworten.

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