Crazy Camping imErwin-Hymer-Museum

Bastler, Millionäre, Pragmatiker und Schwärmer zeigen ihren individuellen Traum vom mobilen Reisen

Crazy Camping zeigt Campingerlebnisse für Individualisten

veröffentlicht in der Schwäbischen Zeitung vom 03.06.2019

Immer wenn sich die Wiese vor dem Erwin-Hymer Museum in einen bunten quirligen Campingplatz verwandelt, dann haben die Museumsmacher um Sonja Hinzen die Caravan- und Wohnmobilfreunde zu einem besonderen Event geladen. Am vergangenen Wochenende war beim Crazy Camping so ziemlich alles geboten, was einem irgendwie zum Thema Camping einfallen kann.

Ganz klassisch das alte Feuerwehrauto das zum Wohnmobil umgebaut wurde. Michael Türke nennt solch ein Exemplar sein eigen. Selber gebastelt hat er aber nicht. „Als ich das Fahrzeug gesehen habe, war es Liebe auf den ersten Blick“ schwärmt er über seinen Magirus Deutz, der allerdings sehr schwer zu fahren ist. Keine Servolenkung, kein Bremskraftverstärker und eine unsynchronisierte Kupplung fordern vollen Einsatz. Wesentlich einfacher hat es da Markus Ewert. Ganz pragmatisch suchte er eine kostengünstige Lösung zum Übernachten. Die hat er in einem Getränkeanhänger gefunden. Da passte eine große Matraze rein und die Wände sind isoliert. „Das Wohnen findet außerhalb statt“, erklärt Ewert, der mit einem eigenen Youtube Kanal über seine Reisen berichtet. Das Gegenstück bilden die beiden Wohnbusse von Andreas Gassmann und Günter Erhart. Äußerlich beide von gigantischem Ausmaß, stehen doch unterschiedliche Konzepte dahinter. Erhart ist der Tüftler, der aus einem 50 Jahre alten Neoplan Bus ein Event- und Wohnmobil gebaut hat. „Synergieeffekte sind mir dabei enorm wichtig“ erklärt er mit Blick auf Nutzung und Konstruktion. Einen anderen Weg ging Andreas Gassmann, der sich für seine dritte Lebenshälfte ein Luxusgefährt zum Genießen bauen ließ. Technisch ist in dem Gefährt so ziemlich alles verwirklicht, was irgendwie machbar ist – bis hin zur großen Dachterrasse mit Blick auf das Ausstellungsgelände. In Sachen Aussicht mithalten kann Bernhard Ronge, der mit seinen Baumzelten das Campen revolutionieren will. Aufgespannt in luftiger Höhe zwischen drei Baumstämmen hängen die luftigen Konstruktionen für bis zu drei Personen. Kreative Ideen entwickelte auch Lehrer Andreas Wolf mit seinen Schülern vom Bildungszentrum St. Konrad. Sie setzten eine Seilbahngondel auf einen Anhänger und statteten diese zur Schlafgondel aus. Manche Ideen sind so gut, dass ihre Konstrukteure dafür beim Deutschen Patentamt einen Gebrauchsmusterschutz anmelden. Karl Merk ist dies für ein Wohnanhängersystem gelungen, in dem auch gleich noch ein großer Jetski mit einer halben Tonne Gewicht verstaut werden kann. Zwischen all den skurrilen Ideen tummeln sich nicht nur interessierte Zuschauer sondern auch Camping-Man und Camping-Woman. Zwei Schauspieler vom Theater Improshnikov, die als Walkingact mit ihren Spontanauftritten für gute Laune sorgten. Nicht nur die Crazy Camper, sondern auch die Besucher durften so unterhaltsame Stunden bei bestem Campingwetter erleben.

Andreas Gassmann genießt den Überblick von der Terrasse auf seinem Luxuswohntruck

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Karl und Martina Merk haben einen Wohnanhänger konstruiert, in dem sogar der große Jetski verstaut werden kann. Dafür hat Merk ein Gebrauchsmusterschutz vom Deutschen Patentamt erhalten
Lehrer Andreas Wolf (links) vom Bildungszentrum St. Konrad hat mit seinen Schülern eine Gondel zur Wohnkabine umgebaut
Dieselbe Dimension, unterschiedliche Konzepte: links der Wohnbus von Günter Erhart, der jedes Detail ausgetüftelt und mit Freunden realisiert hat, rechts der moderne Wohntruck von Andreas Gassmann in dem so ziemlich alles verwirklicht wurde, was technisch machbar ist

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Camping Man und Camping Woman vom Theater Improshnikov waren auf dem Gelände unterwegs und verbreiteten Freude mit ihren spontanen Auftritten, in der Mitte sitzt Tobias, der allen Besuchern gerne den elterlichen Wohntruck vorstellte.
Bernhard Ronge möchte das Campen mit seinem Baumzelten revolutionieren

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Der Pragmatiker Markus Ewert schläft im Getränkeanhänger und wohnt außerhalb – ganz minimalistisch

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Schwärmt für sein ausgebautes Feuerwehrauto – Michael Türke der durch die Arbeiten am Fahrzeug immer wieder neue Freunde kennenlernt

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