Einkaufssonntag Bad Waldsee

Herbstwind ist gut fürs Geschäft

Ungezwungene Einkaufsatmosphäre schätzen Waldseer und Nichtwaldseer

veröffentlicht in der Schwäbischen Zeitung vom 24.09.2018

Bei strahlendem Sonnenschein wehte gestern ein frischer Herbstwind durch die Altstadtgassen, wirbelte die Blätter von den Bäumen und manche Informationsflyer von den Tischen. Es waren ideale Bedingungen für den zweiten verkaufsoffenen Sonntag in diesem Jahr und schon kurz nach 13:00 Uhr wimmelte es in und vor den Läden. Waldseer und viele Besucher aus der näheren und weiteren Umgebung waren gekommen, um in entspannter und ungezwungener Atmosphäre mit Freunden oder Familie zu bummeln und die Herbstwintergarderobe mit neuer Kleidung zu bestücken.

Dass es in den letzten Tagen etwas abgekühlt hat wurde von den Händlern allgemein begrüßt. Regina Kreuzer-Krause vom Handarbeitslädele war dankbar dafür, „denn so wurde den Leuten wieder bewusst, dass es auch noch einen Winter gibt und man vielleicht Sockenwolle kaufen könnte“. Auch Gabriele Schwarz vom gleichnamigen Modegeschäft ist mit dem Herbstfeeling vor der Tür zufrieden und bestätigt, dass ihre Kunden bis weit aus dem Allgäu nach Waldsee gekommen sind. Vor ihrem Geschäft findet sich nicht nur die traditionell aufwändige und einheitliche Mottodekoaration der Geschäfte aus der Wurzacher Straße, sondern auch der eine oder andere Ehemann der vor dem Geschäft geparkt wird, während die Gattin nur mal für ein paar Minuten hineinhuscht. Auch vor manchem Schuhgeschäft stehen einsame Männer und harren der Dinge. Dass man es auch anders machen kann, beweist Ruben Giesin der zusammen mit Gabi und Lea Bendel im Stiletto sitzt. „Beim Schuhkaufen bin ich gerne dabei, ich habe viel Geduld und bin unkompliziert“ erklärt er. Gabi Bendel, aus Mühlhausen kommend, ist bekennende Waldsee Einkäuferin. „Hier kriegt man einfach alles“ freut sie sich. Am Einkaufssonntag gefällt den beiden Damen der viele Trubel in den Geschäften, denn dann sei die Atmosphäre ungezwungener und man kann sich besser umschauen. Ganz so entspannt wie bei den Dreien ging es am Stand der Turngemeinde Bad Waldsee auf der Hochstatt nicht zu. Christof Rauhut, Sportvorstand im Verein, möchte mit der Präsenz am verkaufsoffenen Sonntag auf die vielfältigen Angebote der Turngemeinde hinweisen. Spielerische Mitmachaktionen wie der Tischtennishindernislauf oder sportlich mit der Plank-Challenge (Unterarmstütze über möglichst lange Zeit) gelingt dieses Ziel auf jeden Fall. Auch Miriam Weiss vom Waldsee Golf Ressort ist mit großer Mannschaft und technischen Equipement in der Hauptstraße präsent. „Da unser Unternehmen weit vor den Stadttoren ist, wollen wir hier im Zentrum einmal unsere Angebote präsentieren“ erklärt sie im Gespräch mit der SZ. Man kann    auf einem kleinen „Putting Green“ selber den Golfschläger schwingen und der Head Greenkeeper Stefan Andre erklärt gerne den Fuhrpark und die Techniken für das perfekte Grün. Mancher Gartenbesitzer hätte auch gerne so einen Rasen, verwirft den Wunsch dann aber angesichts des Aufwands schnell wieder.

Dass dieses Jahr der Künstlermarkt nicht stattfand, hat sich auf die Besuchermassen zwar nicht ausgewirkt, wird aber von Kreuzer-Krause genauso bedauert, wie von Lisa Geiger „Es ist ein Alleinstellungsmerkmal des Waldseer Einkaufssonntag, das nun fehlt“, bedauert Geiger. Was aber auch dieses Jahr wieder Bestand hatte, sind die Musiker die an verschiedenen Plätzen zum Innehalten und Zuhören einladen. Auf dem Rathausplatz war es die Zigan Swing Combo, in der Wurzacherstraße spielte der Singer-Songwriter Gianluca auf und mehrere Drehorgelmänner und –frauen zogen durch die Innenstadt. Premiere beim Einkaufssonntag hatte der Weltladen Bad Waldsee, der erstmals an einem Sonntag die Pforten öffnete (die SZ berichtete im Vorfeld). Ladenleiterin Monika Bohnert zeigte sich von der sehr guten Resonanz begeistert „Unsere Erwartungen sind übertroffen worden“.

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