House am Stadtsee

Das Warten hat ein Ende – House am Stadtsee erfüllt Wünsche

Premiere der open air Veranstaltung „House am Stadtsee“ beim alten Krankenhausparkplatz direkt am Stadtseeufer. Mit diesem Angebot am vergangenen Samstag traf die Stadt Bad Waldsee voll ins Schwarze.

veröffentlicht in der Schwäbischen Zeitung vom 09.07.025

Es scheint, als hätten die Waldseer genau auf diese Veranstaltung gewartet. Eine entspannte Sommerparty, die bereits am Nachmittag begann, unkomplizierte Möglichkeiten zur Begegnung bei guter Musik bot und mit den Kreativangeboten einen inklusiven Ansatz für alle verfolgte. House am Stadtsee ist übrigens kein Tippfehler, denn „House“ bezeichnet hier einen Musikstil mit elektronischer Tanzmusik und nicht den englischen Begriff für Gebäude.

Die Idee zu diesem Veranstaltungsformat hat gleich mehrere Väter. Zum einen saßen im Sommer 2024 David Tschönhens, Louis Stärk und Paul Armschlinger zusammen, zum anderen bemerkte Axel Musch dass der kleine Parkplatz neben dem Labyrinth jahrzehntelang im Dornröschenschlaf lag. Musch, bei der Stadt verantwortlich für den Fachbereich Wirtschaft, Tourismus und Kultur wollte das ändern, erklärt er im Gespräch mit schwaebische.de und so kam die Anfrage von Amschlinger & Co genau zur rechten Zeit. „Wir können uns so auf kleinstem Raum, direkt am Herzstück von Waldsee, also am Stadtsee, treffen“ ergänzt Laura Anzic, ebenfalls vom Fachbereich Wirtschaft, Tourismus und Kultur. Sie hat im Vorfeld die Veranstaltung vor allem auf Instagram beworben. „Wir hatten über 18-tausend Aufrufe und 233 likes“ freut sie sich. Mit Erfolg, denn am Abend tummeln sich gut 300 Besucher aller Altersgruppen im Sonnenuntergang und auch während der Nachmittagsstunden waren meistens zwischen 50 und 70 Besucher auf dem Platz. Zu Ihnen gehörte auch Simon, der sich riesig über das Angebot freut, denn aus gesundheitlichen Gründen ist ihm eine Teilnahme an großen Veranstaltungen wie Waldstock nicht möglich. Der Inklusionsansatz funktioniert also. Auch Familien mit Kindern nutzen das Angebot, denn „so eine Veranstaltung hat bisher in Bad Waldsee gefehlt“ erklärt Mario Baumeister. Hier kann man Freunde treffen, man kann mit der Familie hingehen, weil für Kinder etwas geboten ist, es gibt gute Musik und vor allem beginnt das ganze bereits am Nachmittag, erklärt er im Gespräch mit schwaebische.de.

Damit so eine Veranstaltung funktioniert hat sich die Stadt Partner ins Boot geholt. Der Verein Young Culture hat die Bewirtung übernommen. Liebenau Teilhabe und der Verein „senseable Art“ boten am Nachmittag inclusive Kreativprojekte an. „Wir haben hier in Bad Waldsee ein Inklusionsprojekt, das von der Aktion Mensch finanziell unterstützt wird“ erklärt Carina Müller von Liebenau Teilhabe. Waldseer DJ´s sorgten den ganzen Tag für Unterhaltung und für eine chillige Atmosphäre – die aufgestellten Bad Waldsee Liegestühle waren die meiste Zeit belegt.

In den Abendstunden entfaltet die Veranstaltung nochmals einen ganz besonderen Charme. Rege Betriebsamkeit herrscht bei idealem Sommerwetter am Seeuferweg und lockt die Flaneure zu einem Abstecher auf den kleinen Parkplatz neben dem Labyrinth. Viele kommen aber gezielt mit dem Fahrrad, denn die Werbung von Anzic auf Instagram hat ihre Wirkung nicht verfehlt. Doch auch ganz traditionell hat Anzic bei der Gästebegrüßung der Kurgäste geworben – ebenfalls mit Erfolg, denn fast zwei Dutzend Kurgäste sitzen an den Biertischen und genießen die Atmosphäre. Zu ihnen gehört auch der 60-jährige Peter aus Ulm. „Ich habe mir extra ein Taxi genommen, denn mit den Krücken war mir das noch zu weit zum Laufen und der Bürgerbus fährt am Abend leider nicht“, verrät er. Die Veranstaltung gefällt ihm, die Musik sei gut. Als er dies sagt, legt gerade der Waldseer DJ Paul Amschlinger auf und die Menschen auf der Tanzfläche sind glücklich.

Die Veranstaltung war auf jeden Fall ein großer Erfolg. Neben den Sommerabendkonzerten mit Blasmusik auf dem Rathausplatz wurde nun ein Fundament gelegt, mit dem die große Kreisstadt das Kulturangebot für Einwohner und Gäste erweitern kann. Das Bedürfnis dafür ist da.

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