Klarinettentrio Clari-o-ton

 

Premierenkonzert mit drei Klarinetten kommt sehr gut an

Clari-o-ton spielt zugunsten des Zürn-Kreuzes im Museum Kornhaus

veröffentlicht in der Schwäbischen Zeitung vom 16.07.2018

Zur Matinee in der Säulenhalle des Kornhauses Bad Waldsee mit dem Klarinettentrio Clari-o-ton sind am Sonntagmorgen 60 Zuhörer gekommen. Für das Trio war dieses Konzert eine Premiere, da man sich erst vor einem halben Jahr zusammengetan hatte. Aus purer Lust am Musizieren haben die drei Musiker Hannah Gröschl, Thomas Schechinger und Thomas Nieberle das einstündige Konzertrepertoire erarbeitet.

Für ihre Konzertpremiere entschlossen sich die Musiker zu einem Benefizkonzert in Bad Waldsee, um den Museums- und Heimatverein bei der Finanzierung des kürzlich erworbenen Zürn-Kruzifixes zu unterstützen. Nun sind Klarinettentrios nicht gerade eine weit verbreitete Ensembleart. Dementsprechend übersichtlich ist natürlich auch das Repertoire an Kompositionen. Die Musiker machten jedoch aus der Not eine Tugend und bearbeiteten diverse Triostücke für ihre Bedürfnisse. So wurde aus Beethovens Trio in C-dur, op 87 für zwei Oboen und Englischhorn kurzerhand ein Trio für zwei Klarinetten und Bassetthorn. Eine gelungene Variante, die von den Zuhörern mit viel Applaus bedacht wurde. Auch bei der Habanera des kubanischen Jazz-Klarinettisten Paquito D´Rivera wurden die Instrumente neu verteilt. Aus der Flöte wurde die Es-Klarinette, aus dem Fagott die Bassklarinette und einzig die B-Klarinette blieb in ihrer angestammten Rolle. Beim Musiktitel Habanera wanderten die Gedanken unmittelbar zum gleichnamigen Stück aus der Oper Carmen, mit dem dieses moderne Stück ansonsten aber wenig gemein hatte. Mit dem französischen Komponisten Jaques Bouffil gibt es jedoch einen Komponisten, der nicht nur der Klarinette den Weg in die klassische Musik geebnet hatte, sondern auch mehrere Kompositionen für Klarinettentrios geschaffen hatte. Thomas Nieberle bezeichnete die Stücke als sehr vielschichtige Kompositionen, bei denen der Profi gefordert ist. Also genau das richtige für die drei Vollblutmusiker von Clari-o-ton. Mit dem Trio Nr. 1 in C-Dur gab es von Bouffil ein Konzertstück zu hören, dessen Leichtigkeit und bildhaftes Arrangement der Phantasie reiche Nahrung für Ausflüge in die Welt des Tanzes, des Spieles und der Fröhlichkeit boten. Besonders das Allegro und das Menuett wirkten strukturiert, klar und rein. Ähnlich auch das zweite Trio von Bouffil, das es am Ende des einstündigen Konzertes zu hören gab. Ein Trio in F-Dur, das tonartbedingt zwar etwas an Leichtigkeit einbüßte, dafür aber im Allegro einen Spannungsbogen aufbaute der äußerst vital und energiegeladen dem Schlussakkord zustrebte. Zwischen den Stücken informierten die Musiker abwechselnd über das Gehörte, um so Barrieren gegenüber klassischen Konzerten abzubauen, erklärte Gröschl im Gespräch mit der SZ. Es war ein gelungenes und vor allem variantenreiches Konzert, bei dem die Zuhörer von den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Klarinette sehr angetan waren. Eine Vielfalt, bei der natürlich Blues und Swing nicht fehlen durfte – und es gab auch ein akustisches Hörexperiment. Beim Stück „Waves“ von Norbert Goddaer konfrontierten die Musiker der Zuhörer mit einem Spannungsfeld zwischen lang gehaltenen Tonintervallen, melodiösen Partien und vorwitzigen Triolen in verschiedenen Tonhöhen.

Ernst Langer, Vorsitzender des Museums- und Heimatvereins dankte Gröschl, Schechinger und Nieberle ganz herzlich für diese kurzweilige und niveauvolle Matinee zugunsten des Zürn-Kruzifixes.

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