Missa Africana an Pfingsten

Neuer Geist mit neuen Rhythmen – Pfingsterlebnis in Reute

Kirchenchor Reute singt erstmals die Missa Africana

Veröffentlicht in der Schwäbischen Zeitung vom 11.06.2019

Es gab einen langanhaltenden Beifall der Gottesdienstbesucher in der Wallfahrtskirche St. Peter und Paul in Reute, als die letzten Akkorde der Missa Africana verklungen waren. Chorleiterin Bernadette Behr hatte gemeinsam mit ihrer 32-köpfigen Sängerschar die Missa Africana von Michael Schmoll einstudiert. Für das richtige afrikanische Timbre mit Trommelklang von der Djembe hatte man sich mit David Miller kompetente Unterstützung geholt.

Der Gottesdienst am Pfingstsonntag stand ganz im Zeichen des Heiligen Geistes, den, gemäß der Lesung aus der Apostelgeschichte, die Jünger Jesu 50 Tage nach Ostern empfangen haben. In seiner Predigt verband Pfarrer Thomas Bucher die Osterbotschaft und das Pfingstfest miteinander. Es gehe immer um den mitreißenden neuen Geist, so Bucher. Jesus spricht es seinen Jüngern persönlich zu – „Empfangt den heiligen Geist“. Es ist eine passive Rolle für die Jünger, genauso wie für die Gläubigen im Gottesdienst, erklärt Bucher. Man müsse nur empfangen und werde zum Gesandten Gottes.

Der Geist Gottes stärkt und doch wirkt er wann und wo er will. Er passt in keine Schublade, erklärt Bucher. Eine Hilfe, das Pfingstwunder nicht nur erzählt zu bekommen, sondern auch zu spüren, bildeten die lebhaften Rhythmen und Klänge der Missa Africana. Die Messe vom deutschen Komponisten Michael Schmoll ist zwar, wie alle großen Messen in lateinischer Sprache gehalten, musikalisch aber setzt das a capella Werk, das nur von einer einzelnen Djembe begleitet wird, ganz neue Akzente. Kyrie, Gloria, Halleluja, Sanctus und Agnus Dei sind die klassischen Bestandsteile einer gesungenen Messe. Sie alle haben ihren Auftakt mit ein paar dumpfen, von Miller akkurat gesetzten, Schlägen auf der Trommel, bevor der Gesang einsetzt. Beim Gloria zauberte die ungewöhnliche Harmonie der vier Gesangsstimmen eine friedvolle Weite vor dem geistigen Auge. Es könnte die endlose Savanne genauso gut vor einem Liegen, wie die oberschwäbische Landschaft vom Reutener Klosterberg aus gesehen. Das Hosanna als bassdominierter Echoruf im Sanctus setzte ebenso Akzente wie das harmonische Halleluja. Bemerkenswert war auch die Sanftheit mit der das Agnus Dei (das Lamm Gottes) erklang, obwohl die instrumentale Begleitung eine Trommel war. Es ist der Heilige Geist, der an Pfingsten die Gläubigen neu und belebend erfüllen soll. Es war der Kirchenchor Reute, der den Gottesdienst mit seinem Gesang für die Gläubigen zu einer besonderen Erfahrung machte. Traditionell hingegen mit großartigen Orgelsoli, gestaltete Behr den Ein- und Auszug, wofür die Zuhörer noch mit einem extra Applaus dankten.

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