Musik – Heimat …. verdammt ich lieb dich

Heimat ist mehr als ein Ort – ein Gefühl wie beim Konzert

200 Besucher nehmen Urlaub vom Alltag beim Volksmusikkonzert

veröffentlicht in der Schwäbischen Zeitung vom 26.02.2018, Ausgabe Bad Waldsee – Aulendorf

 

Eine eher ungewöhnliche Zeit für eine Kulturveranstaltung war der Sonntagnachmittag. Aber es war genau die richtige Zeit für die Schlager- und Volksmusikstars, die für ihr Konzert „Heimat – verdammt ich lieb dich“ rund 200 Besucher ins Haus am Stadtsee gelockt haben. Besucher übrigens, die aus einem sehr großen Einzugsbereich angereist waren, um Alexander Rier, Oswald Sattler und die Feldberger live und authentisch zu erleben.

Das Konzert war klar strukturiert. Zunächst einmal bot es den beiden Südtirolern Solisten eine Plattform den Geist und die musikalische Idee der Kastelruhter Spatzen zu präsentieren. Alexander Rier, aufgewachsen im familiären Dunstkreis der Kastelruther Spatzen, singt von der „Insel Südtirol“ und vom „Dolomiten Halleluja“, ein Stück mit einer flotten gefälligen Melodie. Er ermuntert das Publikum mit dem Titel „Jetzt“ sich doch die eigenen Träume zu erfüllen und lädt zum Titel „Rot sind die Rosen“ zu einer gemütlichen Schunkelrunde ein. Auf äußerst große Resonanz stößt er jedoch mit seinem Potpourri der größten Hits der Kastelruther Spatzen. Eine Abordnung des „Spatzen Fanclubs“ ist im Publikum und zwei Damen patrouillieren mit einer großen Südtirolflagge vor der Bühne. Auch Oswald Sattler hat sich das Thema Südtirol auf seine musikalischen Fahnen geschrieben. Selber Gründungsmitglied bei den Kastelruther Spatzen ist er seit nahezu 20 Jahren als Solist unterwegs. Zusammen mit dem Publikum erinnert er sich gerne an den Beginn der Solokarriere, als er beim Grand Prix der Volksmusik mit seinen eigenen Stil erfolgreich debütierte. Es war das Stück „Montagna Blu“ und durchs Publikum ging ein begeistertes Raunen, als er das Lied anstimmte. Die Lieder von Sattler hatten autobiographisch geprägte Texte und erzählten immer wieder von seiner Heimat und seinen geliebten Bergen in Südtirol. Er besingt das „Edelweiß“ als weißen Stern der Berge, lässt die „Stimme der Berge“ hören und bekennt freiweg „Ich könnt ohne die Berge nicht leben“. Dazwischen streut er aber auch die eine oder andere Lebensweisheit ein, ermuntert dazu „Einfach Danke“ zu sagen. Folgt man Sattler und Rier in ihrer Begeisterung für die Heimat Südtirol, so drängt sich der Verdacht auf, dass die beiden vom Südtiroler Tourismusverband gesponsert werden – Südtirol als Arkadien des 21-Jahrhunderts. Rier und Sattler haben zwar live gesungen, aber die musikalische Begleitung haben die Tontechniker beigesteuert. Ganz anders dagegen der Auftritt der vier Feldberger aus dem Schwarzwald. Eine komplett besetzte Combo mit Chris Laubis, Joe Kuttruff, Lothar Böhler und Fernsehentertainer Hansy Vogt, der auch die Moderation der Veranstaltung übernahm. Die Musik der Feldberger bot akustisch ein stimmiges Gesamtbild, wenn sie die „Edeltraud“ oder die „Marie aus dem Schwarzwald“ besingen. Mit der Ballade „Heimat“ nähern auch sie sich dem Konzertmotto, um jedoch festzustellen, dass Heimat nicht zwingend dort ist, wo das Elternhaus steht, sondern an dem Ort, an dem man glücklich ist und Frieden in der Seele hat. Die Feldberger treffen den Nerv des Publikums – egal ob beim Walzer „Sag Dankeschön mit roten Rosen“ einmütig geschunkelt wurde oder die Fröhlichkeit bei „Fahrende Musikanten“ um sich greift. Die Stimmung im Saal war gut, ja sehr gut sogar und so ließen sich alle sechs Musiker nicht lange bitten, um zusammen mit dem Publikum Volks- und Wanderlieder zu singen. „Heimat ist der Ort, wo du glücklich bist“ – das war am Sonntagnachmittag für 200 Besucher das Haus am Stadtsee.

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