Narrenzunft Waldsee – Dreikönig 2020

Zunftmeister Roland Haag blickt auf sein erstes Narrenjahr zurück

Zur Hauptversammlung der Narrenzunft Waldsee kommen 200 Mitglieder am Dreikönigstag

veröffentlicht in der Schwäbischen Zeitung vom 07.01.2020

„So macht es Spaß Zunftmeister zu sein“ resümierte Roland Haag am Ende seines Geschäftsberichtes, in dem er wiederholt auf die fantastische Unterstützung durch seine Zunftmitglieder hinwies. Mit einer 100-prozentigen Dachauerquote als Kopfbedeckung waren am Dreikönigsmorgen rund 200 Zunftmitglieder in die Stadthalle Bad Waldsee gekommen. Neben Bürgermeister Weinschenk, dem im Laufe der Versammlung die Entlastung des Vorstandes oblag, waren auch die beiden Bürgermeisterkandidaten Matthias Henne und Benno Schultes anwesend. „Dies ist einer der einfacheren und entspannenderen Termine“ wandte sich Weinschenk an die beiden Kandidaten.

Es tut sich einiges im Laufe eines Narrenjahres. Dies machten die detaillierten Berichte des Vizezunftmeisters Christoph Mayer, des Protokollschreibers Nico Hauff, des Maskenmeisters Jörg Wieland, des Zeremonienmeisters Marco Ludescher, des Ordenkanzlers Werner Groß und des Säckelmeisters Andreas Glaser deutlich. Gerade letzterer musste die anwesenden Zunftmitglieder jedoch damit konfrontieren, dass die Ausgaben inzwischen die Einnahmen übersteigen und deshalb über eine neue Beitragsordnung nachgedacht wird. „Lasst euch überraschen, wir lassen uns was Tolles einfallen“ blickte Andreas Glaser schon mal in die Zukunft. Im Zentrum stand aber der Geschäftsbericht des Zunftmeisters Roland Haag, der nun erstmals auf ein komplettes Narrenjahr zurück blicken konnte. Über sein persönliches AHA-Erlebnis der Waldseer Hochfasnet berichtete Haag in einem bemerkenswerten Gedächtnisprotokoll. Über großartige Ereignisse, wie die erfolgreiche, sicherheitstechnische Bewältigung des Sturms am Rosenmontag, aber auch über die kleinen Anekdoten am Rande. Egal ob es das Schminken der Garde in aller Frühe am Gumpigen war oder der Besuch in den alteingesessenen Narrenhäusern war – Haag war stets mittendrin und live dabei. Haag appellierte an alle Maskenbesitzer, dass Masken an kommende Generationen weitergegeben werden, oder über die Narrenzunft an Interessenten vermittelt werden können. „Die Masken gehören auf die Straße und nicht zuhause an die Wand“ so sein Appell. Weiter machte sich Haag dafür stark dass an der Fasnet nicht alles mit dem Handy festgehalten werden muss. „Narren sollen den Leuten den Spiegel vorhalten und nicht das Handy“ erinnert Haag an den ureigenen Sinn der Narrenfreiheit und dass es allemal besser ist, die Fasnet live zu erleben, anstatt sie am Monitor zu konsumieren.

Ein paar Zahlen gehören bei einer Vereinshauptversammlung immer dazu. Beim Zunftmeister ist es die Feststellung dass es 29 Zunfträte, drei Ehrenzunftmeister, 13 Ehrenzunfträte und drei Anwärter gibt. Beim Säckelmeister Glaser waren es Litaneien von Ein- und Ausgaben und sein Stellvertreter Michael Lerner wusste von insgesamt 2842 Vereinsmitgliedern zu berichten. Beim Zeremonienmeister war die entscheidende Zahl 19, nämlich 19 Uhr als neue Uhrzeit für den Beginn des Zunftballes. Der Maskenmeister berichtete über 38 Neumasken und neun Auswärtssprünge. Für die diesjährigen Auswärtssprünge wurde eine online Fahrkartenbestellung eingerichtet, nachdem sich das bisherige Prozedere als nicht mehr zeitgemäß erwies. „Seit 1. September 2019 haben 40 Narren davon gebraucht gemacht“ zeigte sich Wieland zufrieden.

Nachdem der Vorstand samt Kassierer entlastet, die Ehrungen vollzogen und die beiden Zunfträte Hauff und Ludescher im Amt bestätigt waren, sangen Zunfträte und Zunftmitglieder gemeinsam das Elferlied, bei dem Haag die Ehre zufiel das langgezogene „Jujujujujee“ im Refrain als Solo zu singen. AHA!

Ehrung:

Franz Mosch, Landschaftsvertreter in der Vereinigung Schwäbisch-Alemanischer Narrenzünfte verlieh die Ehrenzeichen in Bronze, Silber und Gold an folgende verdiente Mitglieder der Narrenzunft Waldsee. Gold: Christoph Mayer, Silber: Franz Müller und Dr. Markus Lehmann, Bronze: Nico Hauff, Sven Hillebrecht, Marco Ludescher und Josef Schwaiger

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