Ostern in Reute

Unglaublich – die Osterbotschaft und das Hallelluja von Händel

Gottesdienstbesucher füllen die Wallfahrtskirche St. Peter und Paul in Reute beim Ostergottesdienst bis auf den letzten Platz

veröffentlicht in der Schwäbischen Zeitung vom 23.April 2019

Christus ist auferstanden – die einfache und folgenschwere Botschaft stand am Ostersonntag im Mittelpunkt der Festgottesdienste und der morgendlichen Auferstehungsgottesdienste in Bad Waldsee und Aulendorf. In der Wallfahrtskirche St. Peter und Paul feierte Pfarrer Stefan Werner deshalb um 10:30 Uhr mit den Gläubigen einen großartigen Festgottesdienst. Natürlich die frohe Botschaft von Jesus Überwindung des Todes, aber auch der Chorgesang und die Orchestermusik mobilisierten so viele Gläubige, dass die Kirche bis auf den letzten Platz belegt war.

Werner bot seiner Gemeinde einen interessanten Zugang zur Auferstehungsbotschaft des Osterfestes. Genau in der Unglaublichkeit der Auferstehung und der Berichte über das, was vor 2000 Jahren in Jerusalem geschehen ist, liegt für Werner die Glaubensgrundlage. In der Tat, so führt Werner in seiner Predigt aus, sind die Berichte in den Evangelien über den auferstandenen Jesus Christus nicht logisch, sie bieten keine einheitliche Darstellung des Auferstandenen. Die Emausjünger erkennen ihn am Brotbrechen, die versammelten Apostel hingegen, daran, dass er irdische Speise zu sich nimmt, also kein Geist sein kann. Für den ungläubigen Thomas hingegen braucht es die Wundmale damit er Jesus erkennt während Maria Magdalena am offenen Grab an der Stimme, die ihren Namen ruft, erkennt, es ist Jesus. Es ist eine Vielfalt an Auferstehungserlebnissen und Erkennungsmerkmalen von Jesu, die Werner zeigen, dass es auch dem Willen der Person bedarf, um Jesus zu erkennen. Und so kommt Werner zu dem Schluss „Ich habe Gott nie gesehen, ich habe Gott nie gehört, deshalb glaube ich an ihn“.

Diese „unglaubliche Botschaft“, so Werner zieht sich durch die Osterfeiertage vom Gründonnerstag bis zum Ostermontag und findet natürlich an Ostern ihren Höhepunkt. Für diesen Festgottesdienst hat die Chorleiterin Bernadette Behr des Reutener Kirchenchors die Missa in C von Wolfgang Amadeus Mozart vorbereitet. Es ist eine festliche Orchestermesse mit Chor und Solisten. Cornelia Arnold-Weiß (Kantorin), Marion Schluck (Sopran), Martina Maucher (Alt) und Paul Cambré (Tenor) sind alle Chormitglieder. Zusammen mit dem Gast-Solist Stefan Hart (Bass) aus Bad Buchau gestalteten sie die Solopassagen. Akzente setzten die tiefen Paukenschläge beim Gloria die alsbald vom glasklaren Sopran kontaktiert wurden. Der Chor erwiderte die Gloriaintonation von Pfarrer Werner mit raumfüllendem Gesang. Emotionaler und musikalischer Höhepunkt war natürlich der Händel´sche Hallelujahruf aus dem Oratorium Messias. Dieser mitreisenden Wucht des Lobgesangs vom „immer und ewig regierenden König“ konnte sich auch Pfarrer Werner nicht entziehen und tauschte das Messbuch gegen das Notenblatt, um sich in die Reihen der Sänger einzuordnen. Spontanapplaus der Gottesdienstbesucher zollte der musikalischen Leistung Respekt und vor allem Dank. Neben der Segnung der Osterspeisen war es Werner auch wichtig, dass die österliche Freude nicht gar zu kurz käme, weshalb er mit einem humorigen Gedicht und einem Witz die Gemeinde zum Lachen brachte.

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