Aulendorf Pfarrball

Tanz und Gesang in vielerlei Variationen, das ist der Pfarrball in Aulendorf

Gleich mehrere Premieren in diesem Jahr

veröffentlicht in der Schwäbischen Zeitung vom 01.03.2017, Ausgabe Bad Waldsee – Aulendorf

Bildergalerie am Textende.

Der Vizezunftmeister Florian Angele bezeichnete den Pfarrball als einen der traditionellsten Bälle Aulendorfs. Daraus jedoch auf ein Verharren in alten Traditionen zu schließen wäre grundfalsch. Gleich mit mehreren Neuerungen überraschten dieses Jahr die Programmmacher die rund 300 Zuschauer, die am Montagabend in die Stadthalle gekommen waren.

Eine markante und sicher die gravierendste Änderung zeigte sich gleich zu Beginn des Ballabends, als wie immer die Minibini-Miniwari-Band einmarschierte und keine Amale im Schlepptau hatte. Jawohl, die Ära Margot Angele, alias Amale ist nach 20 Jahren Bühnenpräsenz zu Ende. Das Heft in die Hand genommen hat Kornelia Erath vom Festausschuss. Gemeinsam mit Helmut Heydt führten die beiden als Pfarrer Braun samt Haushälterin Margot durch das Programm. „Herrgott Margot“ – ein Ausruf Brauns an seine Haushälterin gewandt, beendete manchen der humorigen, teils auch recht informativen Dialoge, mit denen die beiden Einblicke ins Gemeindewesen von St. Martin gewährten. Ebenfalls gut für “intinme“ Einblicke war der Auftritt der beiden Chöre von St. Martin. Traditionell mit dabei ist der Shalomchor, dessen Sängerinnen und Sänger heuer die Sternsingeraktion musikalisch mit dem Stück „I bin a Sternsinger, I sing was Bsondres“ unterstützen. Geklingelt hat die muntere Schar an den Türen der Feuerwehr, der Polizei, bei Flo Angele, Matthias Burth, Anantham Antony, Burgraf Andreas und Margit Angele und als Besonderheit für jeden ein ganz spezielles Liedchen dabei. Premiere beim Pfarrball hatte der Kirchenchor unter der Leitung von Wilfried Kirner. Dass neue Bürger im oberschwäbischen Aulendorf so ihre Problemchen haben dürften, wunderte nach dem Auftritt niemand mehr. Doch eine Lösung wurde musikalisch in Aussicht gestellt und schon nach wenigen Strophen sang der Saal begeistert mit „I bin it vo da hanna, I woiß it wia des goad, I hätt so gern a Biachle, wo alles dinna stoad, wia in Auledorf en Auledorfer duad!“ Ob so ein Biachle auch Joachim Stehle geholfen hat? Der Reigschmeggde und Neukirchengemeinderat stieg erstmals in die Bütt und präsentierte als Herausgeber des Kirchenanzeigers ein Parforceritt durch Bibel und Gemeinde auf Kleinkunstniveau. Auch mancher Tourist hat Probleme, wenn er ohne Biachle auf Ureinwohner stößt. Von der Theatergruppe Zollenreute gingen Petra Schuhmacher, Klaus Hübner und Peter Gaiser diesem Problem auf den Grund. Sie konnten dabei zwar nicht klären, ob die Basilika in Weingarten barock, gotisch oder romanisch ist, aber der Einheimische war sich sicher, dass sie katholisch ist.

Ein Ball mit 46-jähriger Tradition hat natürlich auch traditionelle Programmpunkte. Zu denen gehört beispielsweise die schmissige Eröffnung mit der Fanfarengruppe Tannhausen unter der Leitung von Uwe Kesenheimer. Ebenfalls stets ein willkommener Auftritt ist der Tanz der Hofpagen. Unter der Leitung von Jenny und Ingrid Reitzel boten die Mädels eine tänzerisch anspruchsvolle Choreografie zum Partykracher „Ich will Malle zurück“. Auch die Bauchtanzgruppe von Marianne Schwarzenberger hatte zwei Stücke mitgebracht, zu dem die Mädchen gekonnt die Hüften schwangen und mit viel Gestik den Tanz interpretierten. Besonders geschickte Beinarbeit bewiesen auch die Ministranten mit dem Strumpfhosentanz zur Musik „we no speak americano“. Unter der Leitung von Peter Knill zeigten vier jugendliche Fahnenschwinger des Fanfarenzugs, dass sich die großen Stoffbahnen auch sehr gut zu elektronischer Musik schwingen lassen. Nochmals eine Premiere bei den Tanzvorführungen war der Auftritt der Gruppe Cowboy Twister um Margit Miller mit akribischen Squaredance Figuren. Sportlicher und akrobatischer Höhepunkt des Programms ist und bleibt die Flugshow der Kinderturngruppe aus Altshausen. Mathias Hecht animiert seine Clowntruppe Jahr für Jahr zu phänomenalen Sprüngen mit dem Minitrampolin und dieses Mal wagte sogar Pfarrer Antony einen zaghaften Sprung.

Kaum war das Programm zu Ende, spielten die Gipfelrammler zur Polonäse und die Band Soundexpress zum Tanz auf.

 

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