Narrenclub Achstein – Ball 50 Jahre Jubiläum

Ballprogramm führt durch 50 Jahre Narrenclub Achstein

Stimmungsmusik, Tänze, Sketche und Steinacher Lokalpatriotismus sorgen für kurzweilige Unterhaltung

veröffentlicht in der Schwäbischen Zeitung vom 21.01.2019

Der Sternensaal war am Samstagabend vollbesetzt. Die Auftritte der Achsteiner Narren und der Musiker aus Reute, Steinach und Rötenbach sorgten für eine ausgelassen gute Stimmung, so dass der Jubiläumsball zum 50-jährigen Bestehen des Vereins Narrenclub Achstein ein voller Erfolg war.

Der Vereinsvorsitzende Reiner Braun räumte in seiner Begrüßung gleich einmal mit einer Fehlinterpretation des 50-jährigen Jubiläums auf. „Narretei gibt es in Steinach schon sehr viel länger, aber den eingetragenen Verein Narrenclub Achstein, den gibt es jetzt seit genau 50 Jahren“, weiß Braun. So begaben sich also die Akteure mit der charmanten Reiseleiterin Elke Ostertag auf eine Zeitreise durch die zurückliegenden fünf Jahrzehnte. Schlaglichtartig tauchten Jahresmottos der Achsteiner Fasnet auf. Die Achsteiner Narren feierten ein Almfest und auch einen zünftigen Almabtrieb, sie waren im Reklamefieber, luden Europa ein und boten 1979 die Achsteiner Schau. Ebenfalls Schaucharakter hatten die Tanzdarbietungen der Steinacher Garde unter der Leitung von Laura Sauter und Karo Kibler. Die beiden hatten auch den Jugendtanz mit der Mädchengruppe einstudiert, der beim Publikum so gut ankam, dass als Zugabe einfach die Aufführung wiederholt wurde. Tänzerischer Höhepunkt an diesem Abend war das Männerballett. Michi Merk und Rosalinde Gehrmann haben den nicht ganz so grazilen Eleven einen holländischen Holzschuhtanz beigebracht, der mit rhythmisch prägnanter und exakter Choreografie begeisterte. Doch es ging noch besser, wie die Zugabe, ein Irischer Stepptanz, zeigte. „Steinach braucht kein Manz, ein Egle reicht da voll und ganz“ war das Resümee von Norbert Rupp, der in seiner Büttenrede die wahren Steinacher beschwor und mit manchen Entwicklungen der letzten 50 Jahre abrechnete. Ob nun Narren wirklich immer die Wahrheit sagen, wie es im Sprichwort heißt, ist nicht ganz sicher, aber sie sagen auf jeden Fall das, was die Leute denken, wie der tosende Applaus bewies. Im familiären Rahmen blieben dagegen Alex Boht und Michael Bogner mit ihrem Sketch über ein händelsüchtiges Ehepaar beim Ballbesuch. Auch als Raumpflegerinnen hatten die beiden die Lacher auf ihrer Seite, erfuhr man doch so, dass der Därmatologe bei Problemen im Gedärm hilft und der Ar(s)chäologe bei Problemen … na ja, der Leser wird wissen wo. Unter der Leitung von Frank Bartnitzke sorgte der Steinacher Schalmeienexpress für den ersten musikalischen Leckerbissen während des Ballprogramms. Ihm folgten der Fanfarenzug Reute unter der Leitung von Alexander Bächtle und die Guggenmusik Rötenbach unter der Leitung von Hans-Peter Hirscher. Schmissige Stücke mit akkuraten Einsätzen beim Fanfarenzug, perfektes Stimmungsrepertoire mit wuchtigen Bläsersätzen bei den Rötenbachern – die Stimmung war richtig gut. Auch die Prinzengruppe versteht ihr Geschäft und hatte den letztjährigen Wiesn-Hit „Cordula Grün“ in ihr Repertoire aufgenommen. Humorig war auch der Auftritt von Sabine Mayerhofer mit ihrer Handpuppe Edith, ganz im Stile traditioneller Bauchredner. Den mutigsten Auftritt wagten aber Uwe Egle und Sven Kanis. Es war Brahms Ungarischer Tanz, den die beiden, nur mit einem weißen Frotteehandtuch bekleidet, tanzten. Mit großer Aufmerksamkeit verfolgten die Ballbesucher die raffinierte Choreografie, staunten über die gute Körperbeherrschung der Tänzer und gaben der Phantasie Raum. Fehlt noch was? Ja, denn hinter Leintüchern versteckt waren die Darsteller des Knieballets, bei dem zünftig zu „Hulapalu“ das Tanzbein geschwungen wurde. Nach drei Stunden ging es vom kurzweiligen Programm direkt in die lange Ballnacht über.

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