Thomas Fröschle – Ende Legende

Magier warnt vor Mythen und Manipulationen

Live ist viel besser – Thomas Fröschle mit seinem Programm „Ende Legende“ zu Gast bei Kultur am See

veröffentlicht in der Schwäbischen Zeitung vom 29.03.2022

Wer ist Thomas Fröschle? Ein Comedian, ein Pantomime, ein Philosoph oder ein Zauberer? Von allem etwas – und zwar in einer höchst unterhaltsamen Mischung. Davon ließen sich allerdings nur knapp 60 Besucher überzeugen, obwohl der Auftritt von Fröschle ganz sicherlich eine größere Resonanz verdient hätte. Gab es doch zur Unterhaltung auch gleich noch ein paar praktische Alltagstipps aus der Rubrik „Holzauge sei wachsam“ dazu.

Mit seinem Programm „Ende Legende“ tritt Fröschle an, um alltägliche Täuschungsmanöver offen zu legen und – besonders wichtig – vor jenen Mitmenschen zu warnen, die verblüffende Phänomene nutzen, um damit ausbeuterische Geschäfte kombinieren. „Da geht es um Tricksen und Täuschen“ warnt Fröschl. Er weiß wovon er spricht, denn unter dem Künstlernamen Topas hat er es bis zum Weltmeistertitel des internationalen magischen Zirkels in der Rubrik Manipulation geschafft. Mit einer eloquenten Nonchalance präsentiert Fröschle seine skeptischen Beobachtungen, die sich nicht nur auf die Geschäftemacherei der Esoterikbranche beschränken sondern auch die Skurrilität im banalen Alltag detektiert. Im Supermarktregal finden sich viele Beispiele, wo Verpackung und Inhalt nicht übereinstimmen. Man denke einmal über die Füllmengen, Bezeichnungen wie Joggingbrot oder die Eigenschaft fangfrischer Fisch nach. Diese Täuschungspsychologie ist aber nicht nur beim Geschäftemachen wichtig, sondern auch Grundlage der Zauberei. „Eine Hand tut so, als mache sie was, tut aber nichts. Die andere Hand scheint unbeteiligt, tut aber was“ erklärt Fröschle und schwuppdiwupp hat sich der Leibnizkeks in eine Prinzenrolle verwandelt. Mit solchen kleinen, knackigen Tricks spickt Fröschle sein Programm zu einer kurzweiligen Show. Äußerst unterhaltsam ist auch sein pantomimisches Talent, dass er bei einem simulierten Soundcheck präsentiert und mit dem er die Schlager von Roland Kaiser für Schwerhörige visualisiert.

Es ist vor allem das eigene Gehirn, das Mythen und Täuschungen das Tor öffnet und gerne bereit ist zu glauben, dass das Gras auf der anderen Seite grüner ist. Wie sonst ist es zu erklären, dass die Flat-Earth Society nach eigenen Angaben Mitglieder rund um den Erdball hat, obwohl man überzeugt ist, dass die Erde eine Scheibe ist. Auch das man aus braunen Kühen Kakao melken kann, wird in Teilen der USA geglaubt, erklärt Fröschl. Manche Mythen scheinen offensichtlich, manche kommen gut getarnt mit einem Schuss Wahrheit daher. Doch spätestens wenn jemand daraus ein Geschäftsmodell entwickelt hat, sollte der gesunde Menschenverstand eingeschaltet werden.

Im Falle von Fröschles Zaubertrick mit dem zersägten Arm hilft der aber auch nicht weiter. Da staunt und applaudiert man einfach und freut sich, dass mit der Liveshow „Ende Legende“ wieder ein Stück mehr Normalität in den Alltag zurückkehrt.

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