Waldstock 2023

Wetterglück für 3000 Musikfans

DJ’s und Bands begeistern zwei Tage lang Jung und Alt beim Waldstockfestival

Ein gutes Händchen hatten die Verantwortlichen vom Verein Waldstock bei der Auswahl der Künstler für das zweitägige Festival bewiesen. Acht DJ´s legten am Freitag auf und boten eine große Bandbreite elektronischer Tanzmusik, mit denen sie die rund 1000, tendenziell jüngeren Besucher begeisterten. Am Samstag ging es mit zehn abwechslungsreichen Bands live zur Sache. Geschätzte 2000 Musikfans, deren Altersdurchschnitt traditionell etwas höher liegt, zeigten sich von dem durchweg hohen Niveau der Künstler begeistert. An beiden Festivaltagen wurde vom Waldstock Verein kein Eintritt erhoben, damit Musik und Kultur für alle möglich ist.

„Mit dem Wetter haben wir großes Glück gehabt, denn die Regenwolken sind alle knapp am Festivalgelände vorbei gezogen“ freut sich Maya Vögel am Samstagabend im Gespräch mit der SZ. Maya ist seit diesem Jahr Vorsitzende des Waldstock Vereins und damit natürlich Ansprechpartnerin für alle Belange rund ums Festival. Vor allem aber ist es ihr wichtig, dem großen Pulk an ehrenamtlichen Mitarbeitern optimale Bedingungen für ihr Engagement zu schaffen. Während der beiden Tage sieht man sie stets und überall auf dem Gelände. Ein bisschen Zeit zum Genießen der Künstler bleibt zwischendurch aber trotzdem, erklärt sie. Schon die ganze Woche über hat sich das Team um die Aufbauarbeiten gekümmert und den Wald rund um den Grillplatz in eine stimmungsvolle Partylocation verwandelt. Ein Aufwand der sich gelohnt hat und von den Besuchern ästimiert wird. Jung und Alt, alle Generationen vom Opa bis zum Kleinkind genießen das Festival, welches jugendfreundlich bereits im Laufe des Nachmittags beginnt, so dass auch jüngere Besucher große Teile des Programms mitfeiern können.

Mit dem Bandcoaching Projekt der Musikschule Soundwork standen am Samstagnachmittag erstmals Künstler auf der Bühne, die gerade die Schwelle vom Musikschüler zum Musiker überschritten haben. Die achtköpfige Band zeigte eine solide Leistung und man darf sich auf weitere Auftritte freuen. Ebenfalls noch sehr jung, aber in einer ganz anderen Liga spielten John Leon & Escalation. Mit ihrem satten Rock, der das musikalische Spektrum von The Who bis ZZ-Top abdeckte, begeisterten die vier Jungs restlos. Dem fünfzehnjährigen Bandleader zuzuschauen und zuzuhören ist eine Offenbarung. Man spürt wie leidenschaftlich Musik gelebt werden kann.

Auch im Line-up der DJ´s finden sich junge Künstler, welche die Chance nutzen, um auf einer Profibühne vor Publikum ihren eigenen Soundmix zu präsentieren. Auf sehr positive Resonanz bei den Besuchern ist die Waldseer DJ Lony gestoßen. Hochkonzentriert legt sie auf, gleichzeitig aber strahlt sie eine Freude aus, die auch auf die Besucher überspringt. „Heute Nacht wird´s supergeil“ lautet der Titel eines Stückes, das sie performt und zweifelsfrei als Motto über dem Abend stehen könnte. Ebenfalls aus Waldsee kommt DJ Twenty2. Aus dem benachbarten Eberhardzell stammt DJ Alex Vibin der am Nachmittag noch vor übersichtlicher Publikumskulisse sein Debüt beim Waldstock hatte. Den Schwermut in Summertime Sadness von Lana del Rey ersetzt er mit einer prägnanten Bassline und sorgt so für eine kraftvolle Frische in dem Stück. Als zur späten Stunde dann die DJ-Duos SubReverb und Emel White & Jakomo auflegen ist der Platz vor der Bühne voll und die gesamte Masse tanzt im Rhythmus der Musik.

Paddylac schickt am Samstagabend gestandene Männer auf die Bühne, die mit Gitarren, Bass und Schlagzeug zeigen, wie abgeklärter Rock geht. Schön öfters beim Waldstock und vielleicht der Publikumsliebling ist die Band Brassmaniacs. Verschiedene Sänger, eine Sängerinnen und zwei Trompeter zelebrieren lebendigen Funk, wechseln aber auch problemlos zu Hiphop und deutschsprachigem Rapp – Texte durchaus mit Tiefgang. Schon der Bühnenaufbau mit historischen Stehlampen war eigenwillig. Nicht minder ist es die Sängerin Alex Janus von Black Ocean´s Edge, die mit Looptechnik vom psychedelischen Klangbild jederzeit in knallharten Rock wechselt.

Das vielfältige Programm vom Waldstock sprach wieder alle Generationen an und es hält jung, wie ein Ü50 Paar am DJ Abend verriet.

Die letzte Regenwolke am Samstagabend allerdings hatte kein Einsehen mehr mit den Musikfans.

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