Bahnhof Aulendorf – Fördertöpfe

Aulendorfer Bahnhof profitiert von Fördertöpfen

Bürgermeister Matthias Burth und Staatssekretär Steffen Bilger kennen die Programme

veröffentlicht in der Schwäbischen Zeitung vom 08.03.2021

Die Bedeutung als oberschwäbischer Knotenbahnhof wird dem Aulendorfer Bahnhof niemand absprechen. Das sein Zustand Potential für Investitionen hat, liegt sicher für all jene klar auf der Hand, die hier regelmäßig ein- und umsteigen. Immerhin knapp 8000 Personen täglich. Nachdem jahrzehntelang wenig in die bahneigene Infrastruktur investiert wurde, fließen inzwischen die Finanzmittel. Die Elektrifizierung der Südbahn steht kurz vor dem Abschluss, es gibt das 1000-Bahnhöfe Programm, das Bahnhofsprogramm 2020 zur Stärkung des Handwerks und das BahnhofskonzeptPlus. Je nach Verlautbarung ist von gigantischen Summen die Rede, die hier in die Hand genommen werden. Vom einstelligen Millionenbetrag bis hoch in die Milliardenbeträge reicht das Spektrum.

Was dies nun konkret für den Aulendorfer Bahnhof bedeutet, haben Bürgermeister Matthias Burth und der parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium (BMVI) Steffen Bilger gemeinsam in einem Pressetermin am Sonntagmorgen dargelegt. Initiiert hatten den Pressetermin Raimund Haser (MdL) und Axel Müller (MdB).

Nachdem in zaghaften Modernisierungsprogrammen der zurückliegenden Jahre nur kleinste Bahnhöfe modernisiert wurden, kam mit dem 1000-Bahnhöfe Programm ab dem Jahr 2019 die Wende. Mit der sogenannten ersten Säule des Programms soll an mittelgroßen Bahnhöfen die Barrierefreiheit geschaffen werden, in dem zum Beispiel Aufzüge finanziert werden. In die Priorisierung der förderfähigen Bahnhöfe hat es auch Aulendorf geschafft. Es wurde der „objektiv schlechte Zustand des Bahnhofs“ festgestellt, zitiert Bilger die Priorisierungskriterien. Etwas konkreter berichtet Burth, dass sich die Stadt bereits seit 2018 mit der Bahn in intensiven Gesprächen befindet und auch schon fleißig geplant werde. Dafür trägt die Stadt Aulendorf aber auch 50% der anfallenden Planungskosten. Konkret gehe es zum Beispiel um Fragen der Bahnhofsentwässerung, die noch völlig ungeklärt ist, da von den Bestandskanälen keine Pläne vorhanden sind, so Burth.

2020 startete das BMVI ein Sofortprogramm zur Stützung kleinerer und mittlerer Handwerksbetriebe mit Aufträgen zur Auffrischung von Bahnhöfen. Da ging der Aulendorfer Bahnhof allerdings leer aus. Ganz anders hingegen beim erst vor wenigen Tagen bekannt gegebenen BahnhofskonzeptPlus. Ein Förderprogramm das quasi als dritte Säule auf dem 1000-Bahnhöfe Programm aufsetzt und Mittel dafür bereitstellt, dass auch die Bahnhofsgebäude wieder attraktiv werden.

Insgesamt werden es allein von Seiten des Bundes rund 6 Millionen Euro sein, die in den nächsten Jahren in Aulendorf investiert werden. Die Zusage des Bundes steht fest, bekräftigt Bilger. Weitere Mittel kommen vom Land und von der Kommune. Die hat allerdings mit der Neugestaltung des Bahnhofvorplatzes und des Busbahnhofs schon mal gezeigt wie´s geht. Für rund 4 Millionen Euro ist der Teil des Aulendorfer Bahnhofs für den die Kommune zuständig ist komplett barrierefrei, erklärt Burth.

Bilger hatte sich am frühen Vormittag auch schon den Bahnhof in Wangen angesehen. Dort sind die Modernisierungsmaßnahmen bereits abgeschlossen. Neben der Unterstützung seiner oberschwäbischen Parteifreunde war die Bahnhofstour sehr aufschlussreich erklärt er im Gespräch mit der SZ. „Wir entscheiden in Berlin, da ist es ganz gut, vor Ort mal zu sehen was mit dem Geld passiert“.

Archivbild vom Bahnhof Aulendorf – vor der Elektrifizierung

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