Energietag Bad Waldsee

Mobilitätsbausteine und Glühpunsch

8. Energietag zeigt nicht nur Technik, sondern auch Anwendungen  

veröffentlicht in der Schwäbischen Zeitung vom 29.April 2019

Bereits zum achten Mal fand der von der Stadt Bad Waldsee organisierte Energietag am vergangenen Samstag auf dem Grabenmühlplatz statt. In den vergangenen acht Jahren schritt die Entwicklung im Bereich alternative Mobilität und Energiewende stetig voran. „Wir informieren uns beim Energietag 2019 nicht mehr in erster Linie über die Technik, sondern über ihre Anwendung“ stellte Benno Schultes vom Netzwerk Oberschwaben bei der Eröffnung der Veranstaltung fest.

Es geht inzwischen ganz offensichtlich darum, die vielen Bausteine zusammen zu führen. Da sind zum einen die verschiedenen Modelle der Energieerzeugung. Fahrzeug- und Antriebstechniken haben sich vielfältig entwickelt. Dank vernetzten Mobilitätsdienstleistern rückt eine effiziente Ressourcennutzung in greifbare Nähe. „Nutzen statt Besitzen“ nannte Schultes als wichtiges Element für die Energiewende im Bereich der Mobilität.

Carsharing mit Elektrofahrzeugen gibt es in Bad Waldsee gleich zweimal. Einmal das „Bad Waldsee eCar“ für Jedermann und den E-Minibus, der für Vereine kostenlos zur Verfügung steht. Es sind beides typische Initialangebote, die für die Elektromobilität eine Bresche schlagen. Gerade in den zurückliegenden Jahren gab es den Ladestrom für Elektroautos an öffentlichen Ladesäulen oft gratis, stellen Alexander Schuch von der EnBW und Marcus Mohr von der Thüga im Gespräch mit der SZ fest. Durchaus ein Argument das manchen Schwaben zur Nutzung eines Elektroautos motivierte. „Nutzung fördert die Weiterentwicklung“ erklärt Mohr und Schuch ergänzt, dass inzwischen auch Ladesäulen im Markt sind, die behindertengerecht gestaltet sind. Inzwischen ist allerdings das Stromtanken oft kostenpflichtig. Mehrere Aussteller präsentierten auf dem Grabenmühlplatz ihre Elektro- und Hybridautos. Aufmerksamkeit erregte ein Tesla. Schnell sammelte sich eine Gruppe Interessierter, um mit Stefan Oexle-Ewert von „enerquinn Energiesystemtechnik“ zu fachsimpeln. Oexle-Ewert sieht, wie viele andere Aussteller auch, das Elektroauto als ideale Ergänzung zur Photovoltaik. Für einen verlässlichen Ganzjahresbetrieb der Fahrzeuge kommt für ihn aber die Kraftwärmekopplung der Blockheizkraftwerke mit ins Spiel. „Ein weiterer Baustein der Mobilität“, sagt Dirk Kremser von den Fahrradprofis und präsentiert stolz einen handlichen Elektroscooter, mit dem er eine flotte und leise Platzrunde dreht. Es geht um die sogenannte „letzte Meile“ in der Transport- und Lieferkette. In dieses Segment passt auch der „niu“ Elektroroller, den Carmen Löscher von der Thüga regelmäßig im Einsatz hat. „Er fährt sich total lustig“ schwärmt sie begeistert und macht Lust auf das Gefährt.

Viele Bausteine, um den CO2 Ausstoß zu verringern. Doch was ist ein Kilogramm CO2, fragten sich die Schüler der Klasse 8a der Werkrealschule auf dem Döchtbühl. Klassenlehrer Alex Mang überlegte zusammen mit seinen Schülern. Nicht einmal 10 Kilometer schafft man und schon ist ein Kilo CO2 in der Luft, genau soviel wie in 204 prall gefüllte Luftballons rein passt. Am Stand der Stadt Bad Waldsee ließ es sich Bürgermeister Roland Weinschenk nicht nehmen, zusammen mit den Vertretern der Energieagentur und des Energieteams die Besucher zu beraten. „Großes Interesse gab es zum Nahwärmekonzept der Stadt“ erklärt Weinschenk. Viele Besucher holten sich aber auch die Teilnahmekarten für die Fahrradaktion „Bad Waldsee radelt….sicher“.

Auf Zack waren Jennifer und Maddalena vom Mens1A Team. Angesichts der Wetterprognose hatten sie statt Cocktails Glühpunsch in den Ausschank genommen, der von Besuchern und Ausstellern dankbar zum Aufwärmen getrunken wurde.

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