Maifest Münchenreute 2022

Endlich wieder Festzelt, Blasmusik und Hela Treffen

Fünf Tage Maifest Münchenreute ist ein grandioser Erfolg

Veröffentlicht in der Schwäbischen Zeitung vom 13.06.2022

Fünf Tage lang steht in Münchenreute auf der Festwiese ein großes Festzelt, in das begeisterte Besucher zu den ganz unterschiedlichen Veranstaltungen strömen. Der Musikverein Blönried-Zollenreute feiert seit vergangenem Donnerstag sein traditionelles Maifest. Party in Tracht, Münchenreute bebt mit Brass, Hela und Oldtimertreffen und der legendäre Wurstsalat am Montagabend zum Festausklang markieren einige Höhepunkte des Maifestes, selbst wenn es wie heuer, im Juni stattfindet.

Die 45-jährige Festtradition will es nämlich, dass jeweils am Sonntag nach Pfingsten in Münchenreute der Musikverein sein Festzelt aufbaut. Die Vorstandschaft hatte die Lage für 2022 richtig eingeschätzt und nach zwei Jahren Coronapause die Vorbereitungen für das Festwochenende intensiv betrieben. „Wir sind Gott froh, dass wir wieder ein Fest machen können, denn davon lebt der Verein“, erklärt der 1. Vereinsvorstand Michael Halder im Gespräch mit der SZ. Diese Freude teilen auch die mehrere Tausend Besucher, die zum Maifest gekommen sind, wie in vielen Gesprächen zu erfahren war.

Da die seit vier Jahren gebuchte Partyband „Die Draufgänger“ bereits am Donnerstagabend zur Party in Tracht spielte (die SZ berichtete über den Donnerstagabend), entschied man sich für den Samstagabend für eine alternative Programmgestaltung. Zum einen ist die Brassszene in Deutschland stark im Kommen, zum anderen gibt es in der näheren Umgebung ganz unterschiedliche Brassbands, in denen sich fast ausschließlich Jungmusiker zusammenfinden, um ihre Leidenschaft für anspruchsvolle Blechblasmusik auszuleben (Anm.d.Red.: Brass = Musik ausschließlich mit Blechblasinstrumenten). Drei dieser Bands wurden zum Brassabend am Samstag eingeladen, der unter dem Motto „Münchenreute bebt“ stand. Aus Weingarten kommen „Die Söhne Manfred´s“, deren Stil auch beim Konzertabend gut funktionieren würde. Die undankbare Aufgabe, ein sich langsam füllendes Festzelt zu unterhalten, meisterten die acht Musiker souverän mit einem Repertoire das von SWR4 bis Das Ding reicht. Stücke wie „Umbrella“ von Rihanna, „Schrei nach Liebe“ von den Ärzten und „Dem Land Tirol die Treue“ unterstreichen diese Bandbreite. Aus Horgenzell war die Gruppe BlechWerk angereist. Mit richtig viel Wumms und treibenden Rhythmus tendiert ihr Stil stark zur Party. Mit Stücken von Coldplay „Viva la vida“, Moop Mama „Alle Kinder“ und von Kings of Leon „Sex on fire“ füllte Blechwerk die Tanzfläche mit den inzwischen rund 900 jugendlichen Besuchern. Profiteur der guten Stimmung war schließlich die Band 2-Takt Brass, deren Musiker sich ganz Oberschwaben zusammen gefunden haben. „Wenn Inge tanzt“ von Systemfehler war ein typisch schnelles und mitreißendes Stück für 2-Takt Brass mit dem das Festzelt zum Beben gebracht wurde.

Die Resonanz auf den Brassabend war äußerst positiv. Waren die einen von der musikalischen Qualität begeistert, so freuten sich andere riesig, dass junge Musiker auf der Bühne stehen und Musik machen, die auch jungen Menschen gefällt.

Am Sonntagmorgen war das Zelt und Festgelände von den vielen helfenden Händen komplett an die Bedürfnisse eines Festsonntags umgestaltet. Extra aus München angereist, war der in Aulendorf und Umgebung beliebte Pater Franziskus zur Feier des Familiengottesdienstes am Sonntagmorgen. Während im Festzelt der Musikverein Ebenweiler zum Frühschoppen aufspielte tuckerten auf der benachbarten Wiese weit über 200 historische Traktoren zum 20-ten Hela & Oldtimertreffen heran. Sauber aufgestellt gaben die Besitzer bereitwillig Auskunft über ihre Schätze. Für Väter mit Söhnen ist das ein Eldorado weiß Alexander Amann aus Vorsee, der seinen beiden Jungs die alte Technik erklärt. Das Zelt ist voll und auch im Freien sind die schattigen Plätze unter den alten Obstbäumen und den Sonnenschirmen mit mehreren Tausend Besuchern besetzt. Das Engagement der rund 100 ehrenamtlichen Helfer hat sich gelohnt und es ist schön zu sehen, dass auch nach Corona noch Festzeltveranstaltungen erfolgreich durchgeführt werden können. Nicht nur die Vorstandschaft, sondern vor allem die Besucher sind sich unisono einig „Es ist schön dass es sowas wieder gibt“.

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