Ruderregatta

Sportler und Zuschauer kommen bei der 55-ten Ruderregatta auf ihre Kosten

Bundesligaachter aus Bad Waldsee gewinnt den Ehrenpreis der Stadt

Text veröffentlicht in der Schwäbischen Zeitung vom 18.09.2017, Ausgabe Bad Waldsee-Aulendorf

Wenn in Bad Waldsee die Ruderboote über den See flitzen, dann ist der Herbst nahe und die Bäume rings um den Stadtsee verfärben sich langsam in ihr buntes Kleid. Vor dieser prächtigen Kulisse fand am Wochenende zum 55-ten Mal die internationale Kurzstreckenregatta des Rudervereins Waldsee (RVW) statt. Das finale Rennen um den Ehrenpreis der Stadt Bad Waldsee gewann der heimische Bundesligaachter gegen starke Konkurrenz aus zwei Renngemeinschaften der Clubs aus Waiblingen und Stuttgart sowie der Clubs aus Konstanz, Nürtingen, Tübingen und Wetzlar. Dieser großartige Sieg entschädigte die Waldseer für ein Rennwochenende in dem es mit Siegen nicht sonderlich gut aussah. Einzig die zwölfjährige Isabel Walser setzte sich im Mädchen Einer erfolgreich durch.

170 mal begaben sich die Männer und Frauen, die Jungen und Mädchen aller Altersklassen auf die 5oo Meter lange Rennstrecke. Damit dabei alles ordentlich und gerecht zugeht, sind permanent sechs bis acht Wettkampfrichter im Einsatz. Direkt am Ablegesteg überwachen sie die Sicherheit der Boote und die Einhaltung der Regeln. Der Start und das Zielhäuschen ist ebenfalls mit Wettkampfrichtern besetzt. Joachim Brandt und Susanne Kraus achten am Start darauf, dass alle Bootsspitzen auf einer Linie liegen. „Entscheidend ist die kleine weiße Kugel auf der Bootsspitze. Kommt es zu einem Fotofinish ist sie maßgebend“ erklärt Brandt. Deshalb muss schon beim Start darauf geachtet werden, dass alles gerecht abläuft. Ein weiterer Kampfrichter überwacht im Motorboot den Rennverlauf. Die Zuschauer kriegen von all dem fast nichts mit. Sie werden jedoch von dem zweiköpfigen Moderatorenteam Lorenz Rothärmel und Alexander Dorn im kurzweiligen Dialogstil über die Rennabläufe und vor allem natürlich die Ergebnisse informiert. Von Dorn und Rothärmel erfuhren die Besucher, dass mit Amatus Fischer und Samuel Degasperi zwei Jungs des RVW ihr allererstes Rennen bestritten – jeweils im Jungen Einer in der Altersklasse 12 Jahre und jünger. Gleich zweimal wurde am Samstag der Name Arne Selting aus Radolfzell über die Lautsprecher verkündet. In zwei von drei Rennen ging er als Sieger hervor, erzählt er der SZ auf der Bootswiese, nachdem er sein Boot vom Landesteg ans Ufer gebracht hatte. Auch Paul Kröber freut sich mit seinem Partner Julius Fügen über einen Sieg im Jungen Doppelzweier. Besonders aber freut sich seine Großtante, die Waldseerin Elke Heitz darüber, dass ihr Großneffe aus Waldshut gewonnen hat. Heitz schätzt die tolle Atmosphäre am See und besucht jedes Jahr die Ruderregatta, um die Rennen beim Spaziergang am See zu verfolgen. Mit besonderem Augenmerk tut dies Briska Keller. Sie ist Trainerin vom Ruderclub Kreuzlingen und beobachtet mit dem Fernglas was ihre 13 Schützlinge auf dem Wasser leisten.

Vermutlich die schönste Aufgabe am ganzen Rennwochenende haben der Ehrenpräsident Herbert Zettler und der amtierende Vorsitzende Dieter Seebold – abwechselnd stehen sie beim Bootshaus am Landungssteg um den siegreichen Ruderern zu gratulieren. Allen hängen sie eine Medaille um den Hals und für jedes siegreiche Boot gibt es einen kleinen Pokal als Trophäe. Besondere Pokale gibt es bei besonderen Rennen und das ist beileibe nicht nur der Ehrenpreis der Stadt Bad Waldsee im Achter-Finale am Sonntagnachmittag. Im umfangreichen Rennprogramm findet man den Ehrenpreis der Ruderjugend des RVW, den Preis des Vorstands des RVW, den Ehrenpreis des RVW, den Preis des Bodensee, den Ehrenpreis der Familie Gerstenmaier, den Ehrenpreis Hans Steinmeyer und den Preis der Waldseer Bank.

Laut Seebold gibt es in den letzten Jahren einen immer stärker aufkommenden Trend zu den Mixed-Booten, also Boote die gleichmäßig mit Männern und Frauen besetzt sind. Ein Trend der bei den Zweier und Vierer ohne Steuermann inzwischen alle Altersklassen umfasst. Mit dem Rennwochenende ist Seebold höchst zufrieden. Entgegen der Wetterprognose war wieder einmal richtig schönes Regattawetter, so dass sehr viele Besucher die Rennen verfolgten und das gastronomische Angebot des RVW beim Bootshaus am See nutzten. „Der Bundesligaachter ist gestern noch in Berlin ein Rennen gefahren. Die Jungs sind erst heute Nacht nach Bad Waldsee zurückgekehrt“ erklärt er und freut sich, dass sie nach diesen Strapazen vor heimischen Publikum gewonnen haben.

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