Fronleichnam in St. Peter

500 Gläubige als Monstranz Gottes

Kollekte von St. Peter für die Renovation der evangelischen Kirche

Veröffentlicht in der Schwäbischen Zeitung vom 16. Juni 2017, Ausgabe Bad Waldsee – Aulendorf

 

Bad Waldsee (dhe): Die Zahl der teilnehmenden Gläubigen an der diesjährigen Fronleichnamsprozession war beeindruckend. Nach dem Gottesdienst auf der Krankenhauswiese zogen Hunderte durch die Altstadt zur Pfarrkirche St. Peter. Hier am Ende des Prozessionsweges war es Pfarrer Stefan Werner erstmals vergönnt in Bad Waldsee mit der Monstranz über einen 30 Meter langen Blumenteppich zu schreiten. Nicht nur am Ende des Blumenteppichs, auch unterwegs am Altar beim Spital, auf der Krankenhauswiese und in der Kirche St. Peter spendete Werner mit der Monstranz den Gläubigen gleich mehrmals den Segen. „davon kann man nie genug haben“ so Werner.

Dass die Monstranz im Zentrum der Prozession steht und ein weithin sichtbares Zeichen des Fronleichnamsfestes ist, war auch Thema in der Predigt von Pfarrer Werner. So wie die Monstranz die Hostie als das Allerheiligste beherbergt, so werde der Gläubige durch die Kommunion ebenfalls eins mit Christi – „Wir selber sind die eigentliche Monstranz, kostbar geschaffen als Ebenbild Gottes“ bringt es Werner auf den Punkt. Zum einen ist Fronleichnam natürlich das Fest der Verehrung der Eucharistie, zum anderen wird es aber so gefeiert, dass es geradezu ein faszinierendes Fest für die Sinne darstellt. Beispielhaft nannte Werner die Fahnen, die Stadtkapelle, die Ministranten, die vielen Kommunionkinder, die Blutreiter, den Trachtenverein und natürlich die farbenfrohen Blumenteppiche. Ein besonders großer Blumenteppich findet sich traditionell auf dem Kirchplatz – dieses Jahr erstmals in Form eines rund 30 Meter langen Läufers über den der Pfarrer mit seiner Monstranz schreitet. Inge Bendel hatte die Idee zum „Blumenweg“. Mit einem Dutzend Helferinnen wurden am Mittwoch die Blumenspenden vorbereitet und am Donnerstagmorgen die bunten Symbole gestaltet. Da es dieses Jahr sehr viele Blumenspenden gab, konnten wir auch noch einen Blumenteppich vor der Spitalkapelle legen, erklärt Bendel gegenüber der SZ. Der Altar vor dem Spital ist in Bad Waldsee die einzigste Station während der Fronleichnamsprozession.

Zum Gottesdienst auf der Krankenhauswiese waren über 500 Gläubige gekommen. Fronleichnam ist zwar ein durch und durch katholisches Fest, aber die gelebte Ökumene findet selbstverständlich auch hier ihren Niederschlag. Dafür sorgte dieses Jahr die Kollekte, die zur Renovation der evangelischen Kirche durchgeführt wurde. Direkt im Anschluss begann die Prozession zur Musik der Stadtkapelle Bad Waldsee unter der Leitung von Joachim Weiss. Durch die schattige Kastanienallee am See, entlang der Wurzacher Straße und schließlich durch die Hauptstraße bis zum Kirchplatz – das ist der Prozessionsweg, den die Gläubigen gegangen sind. Die meisten sind nach dem Schlusssegen auf dem Kirchplatz gleich zum Gemeindefest geblieben. Rund 400 Gäste konnten von Maria Hirthe, zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderats, im Klosterhof begrüßt werden. Frühschoppen, Mittagessen, Kaffee und Kuchen und vor allem viel geselliges Beisammensein – Fronleichnam ein Fest für die Sinne.

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