Rock in town – Musiknacht

Musikfans finden ihre Lieblingsbands

Waldseer Wirte ziehen gemeinsam an einem Strang – tolle Musikerlebnisse bei Rock in town

veröffentlicht in der Schwäbischen Zeitung vom 23.10.2017, Ausgabe Bad Waldsee – Aulendorf

 

Ein kompakteres und gleichzeitig vielfältigeres Musikerlebnis, als bei der Musiknacht „Rock in town“ kann man sich kaum vorstellen. Nur wenige Gehminuten voneinander entfernt befinden sich die acht Kneipen in der Waldseer Altstadt, die am vergangenen Samstag wieder Hunderte Musikbegeisterte aus Nah und Fern anlockten. Bis zum einsetzenden Regen glichen die Ravensburger Straße und die Hauptstraße einer musikalisch durchwirkten Flaniermeile, deren Klangvielfalt vom psychedelisch verkopften Jazzrock bis zu stimmungsgeladenen Bierzeltkrachern reichte.

Die Instrumente waren gestimmt, die Bandmitglieder von Rocksox hatten schon ihre Plätze eingenommen und warteten in der Mälze des Grünen Baums darauf, dass der Uhrzeiger auf halb Neun wanderte. Punktgenau starteten sie mit dem Line-Dance Stück „Achy Breaky Heart“ um alsbald aber mit Rockklassikern von Joe Cocker auf den bei den Fans geschätzten Stil einzuschwenken. Auch im Kuderer setzte man auf Bewährtes und hatte wieder die Gruppe Parkbank engagiert. Präsentierte sich das Duett im vergangenen Jahr noch mit einer natürlichen Frische und Unbekümmertheit, so war der Auftritt dieses Mal eher von Routine geprägt. Das Spektrum reichte aber auch dieses Mal vom Udo Jürgens Hit „Aber bitte mit Sahne“ bis zu „Knocking on heaven´s door“ von Bob Dylan.  „Some fucking Rock´n Roll“, so der Sänger Miley Kamm, gab’s im Czardas von der Gruppe Die Günthers zu hören. „Das hier sind alles unsere Leute und mit denen machen wir seit 25 Jahren Party“ erklärt Bassist Hakija Begic die ausgesprochen gute Stimmung bei schnellem, hartem Punkrock. Musikalischer Gegenpol sind Die Hossen, die nach einem Jahr Pause wieder bei der Musiknacht dabei sind. In der heimeligen Atmosphäre der Weinstube zum Hasen lässt sich das Publikum bei Stimmungshits wie „Hulapalu“ und „Rock mi“ nicht lange bittenm um begeistert das Tanzbein zu schwingen. Auch der Oberschwäbischen Sprache wird mit Liedern wie „Vergelts Gott“ gehuldigt. Sarah, aus dem Norden der Republik, hat bei dem Stück zwar eine fremde Sprache vermutet und nix verstanden, aber musikalisch war sie doch sehr angetan, erklärt sie der SZ. Erstmals in Bad Waldsee war die Formation Soul Pack aus dem benachbarten Ravensburg. Im Josl machten die beiden Sängerinnen Carmen und Carolin bei Disco Klassikern aus den 80-er dem Bandnamen alle Ehre. Bei Stücken wie „I will survive“ von Gloria Gaynor oder „She works hard fort he money“ von Donna Summer kamen die drei Bläser optimal zur Wirkung. Ebenfalls Premiere in Waldsee hatten Pig Ass & the Hoodlums bei ihrem Auftritt in der Galerie. Rockabilly und ungeschnörkelter Rock´n Roll mit Gitarre, Schlagezug und Accoustic-Bass gingen direkt ins Herz und in die Beine. „Die Jungs sind affengeil, da brauchst du nicht mehr in andere Kneipen weiter ziehen“ zeigte sich Philipp total begeistert. Wenn hingegen die Mundharmonika in Kombination mit einer herben Reibeisenstimme zu hören ist, dann befindet man sich im Einzugsbereich der Gruppe Rhythmixx mit ihrem Sänger Roland Umbrecht. Dieser Einzugsbereich liegt traditionell im Amadeus, wo Lieder wie „Stay just a little bit longer“ oder „Ain´t no sunshine any more“ atmosphärisch, an einen schummrigen Rockclub erinnerten. „Danke Ansgar für den Gig“ – solch überschwängliche Begeisterung äußerte Berthold, der im vergangenen Jahr noch selber im Ratskeller auf der Bühne stand. Dieses Mal spielte hier das Quartett Little Big Bang, welches sich im Laufe der Musiknacht zum regelrechten Hotspot entwickelte. Zunächst startete die Band mit Stücken, die ihnen einfach selber gut gefallen, Stücke aus den 70-er und 80-er von Musikern wie Steely Dan oder Joe Jackson, aber später wurden diese durch die Red Hot Chilli Peppers ersetzt und die Stimmung im Ratskeller brodelte. Wirt Ansgar Maigler ist zufrieden und er resümiert um Mitternacht „So eine Musiknacht ist nur möglich, weil die Waldseer Wirte so gut zusammen arbeiten und viele Sponsoren die moderaten Eintrittspreise möglich machen.“

 

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