Zunftball Waldsee 2020

Am Tatort Wien herrscht ausgelassene Stimmung

Das Kaiserpaar bittet zum Ball und das närrische Bad Waldsee strömt herbei

veröffentlicht in der Schwäbischen Zeitung vom 17.02.2020

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Den Ballmachern der Narrenzunft Waldsee, allen voran Marco Ludescher, ist heuer ein ausgesprochen kurzweiliges und abwechslungsreiches Programm gelungen. Es bedarf natürlich auch einiger Anstrengung wenn seine kaiserlichen Hoheiten Franz und Sissi zum Empfang laden. Doch weder die rund 100 Programmmitwirkenden noch das närrische Volk ließ sich lange bitten und strömte herbei. Das Dekoteam hatte der Stadthalle einen Austrialook verpasst und zur kaiserlichen Residenz verwandelt, in der es sich ausgezeichnet bis in die Morgenstunden feiern ließ.

Gekommen war so ziemlich alles, was jenseits der rot-weißen Grenzbalken lebt und gelebt hat. Sehr stark vertreten waren die Doppelgänger des Kaiserpaares, das Wolferl und auch dessen Reminiszenz mit Falco´s Rock me Amadeus. Mautpickerl der ASFINAG sorgten ausnahmsweise nicht für Verdruss, die original Mozartkugeln hingegen sogar für Genuss. Die Wiener Sängerknaben waren zwar gekommen aber gesungen haben sie nicht. (Bildergalerie mit Ballbesucher siehe unten) War auch nicht nötig, denn nachdem die verdienten Zunftmitglieder von Zunftmeister Roland Haag geehrt wurden, präsentierten die Ballmacher ein unterhaltsames Potpourri aus Österreich. (Bildergalerie Ehrung siehe unten) Gleich richtig spannend war der Tatort aus Wien mit Jungelferkommisaren, die einen hervorragenden Wiener Schmäh zum Besten gaben. Erfolgreich ermittelten sie die Tatverdächtigen Roland W. und Roland H. und nach Kreuzverhör und Gegenüberstellung war klar, wer 2019 den Narr in den Schlossbach gestoßen hatte. Ganz andere Sorgen hatte Kaiser Franz (Franz Müller) mit seiner Sissi (Stefan Scheiter) die es mit der Treue nicht mehr ganz so genau hält. Ein Theäterle mit dem die beiden begnadeten Laienschauspieler die Lachmuskeln des Publikums strapazierten. Die Turner der TG unter der Leitung von Peter Scheible interpretierten den klassischen Schuhplattler als sportlich anspruchsvolle Tanzakrobatik und die Mädchen der Ballettschule Julia Waidacher hatten zu Vienna Calling von Falco eine moderne Tanzchoreographie mitgebracht. Zwischen den Programmpunkten war es Alexander Bösch, der in charmanter Weise das Publikum informierte. Doch damit nicht genug, denn mit kleinen Inszenierungen gab es quasi noch ein Parallelprogramm zur Wiener Szene mit Stehgeiger Bresele und einem weinseligen Klaus Christ. Im Gesangsduett mit Dieter Bebendorf streute Bösch dann auch noch ein kleines bisschen wohl dosierte, aber treffende Lokalpolitik ins Programm. Stimmungsmäßiger Höhepunkt dürfte die Skischule aus Kitzbühel unter der Leitung von Markus Fink gewesen sein, denn zu Auffe aufn Berg blieb keiner ruhig sitzen. Gealterte Jungelfer, sogenannte Alte Seckel gewährten einen äußerst humorigen Einblick in den Körper von Arnold Schwarzenegger. Zu guter Letzt gewährte der Kaiser Franz (nochmals Müller) eine Audienz für Blaublütler, z.B. Prinz Patrick und der Sammlerkönig Berthold, aber auch für die gemeinen Untertanen unter denen sich auch ein Roland Haag samt 3000 narrischen Sympathisanten befand.

Ob an der Bar, beim Tanz mit der Joe Williams Band im Saal oder in der Schwemme bei der schummrigen DJ-Party – in der kaiserlichen Residenz war gute Laune bis weit in den neuen Tag angesagt.

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